Typische Symptome einer Beckenbodenschwäche – und warum sie oft falsch eingeordnet werden

Der Beckenboden ist ein komplexes und wichtiges System aus Muskeln und Bindegewebe. Er spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität der inneren Organe, die Körperhaltung, die Kontrolle über die Blasenfunktion sowie für das Wohlbefinden. Trotz der bedeutsamen Aufgaben, die der Beckenboden übernimmt, wird seine Funktion im Alltag oft unterschätzt oder übersehen. Ähnlich verhält es sich mit Symptomen, die auf einen geschwächten Beckenboden hindeuten können. Auch sie werden häufig fehlgedeutet oder schlichtweg ignoriert beziehungsweise als normale und unvermeidbare Begleiterscheinung des Frauseins oder Älterwerdens abgetan. Dabei gibt es heute zahlreiche Methoden sowie gezielte Behandlungen, um den Beckenboden nachhaltig zu unterstützen und so auf verschiedene Körperaspekte positiven Einfluss zu nehmen.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen zeigen, welche Symptome für eine Beckenbodenschwäche typisch sind und was Sie tun können, um Ihre Muskulatur zu stärken. Dabei gehen wir auch auf moderne Behandlungsansätze wie Emsella® ein.

Beckenbodenschwäche verstehen

Der Beckenboden ist aus unterschiedlichen Muskelschichten aufgebaut, die wie eine Art Stützplatte für die darüberliegenden Organe wie Blase, Gebärmutter und Darm funktionieren. Auch für die Kontrolle der Blase und in Bezug auf Sexualverkehr kommt dem Beckenboden eine wichtige Bedeutung zu.

Wie alle Muskeln kann auch der Beckenboden an Kraft einbüßen. Das geschieht im Laufe der Zeit praktisch automatisch, wenn die Muskulatur nicht mit den entsprechenden Reizen trainiert und gekräftigt wird. Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen, Schwangerschaft, Kraftanstrengungen/chronische Belastung, Übergewicht oder Operationen eine Beckenbodenschwäche begünstigen.

Häufige Beschwerden eines geschwächten Beckenbodens

1. Blasenschwäche
Eine der bekanntesten Beschwerden ist ungewollter Urinverlust. Insbesondere in Situationen, in denen der Druck im Körper ansteigt (z. B. beim Husten, Lachen oder Springen), kann es bei einer Beckenbodenschwäche zum Abgang von Urin kommen. Manche Patientinnen berichten auch von einem starken Harndranggefühl, obwohl kaum Wasser gelassen wird.

Häufig gehen Frauen davon aus, dass eine „geringe Inkontinenz“ bei Frauen normal und auf die Anatomie zurückzuführen sei. Erst wenn die Beschwerden sehr stark werden, suchen einige ärztlichen Rat auf. Dabei kann ein gezieltes Beckenbodentraining bereits bei leichter Blasenschwäche zur Symptomverbesserung beitragen.

2. Druck- oder Fremdkörpergefühl
Nicht unüblich bei Beckenbodenschwäche ist auch das Gefühl von „Druck nach unten“. Sind Muskulatur und Bindegewebe erschlafft, können sie die Organe nicht mehr optimal stützen. Eine leichte Absenkung kann dann zum Druck- oder Fremdkörpergefühl im Unterleib beitragen.

3. Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
Auch auf das sexuelle Empfinden hat die Beckenbodenmuskulatur Einfluss. Sie spielt eine wichtige Rolle für Durchblutung, Spannung und Wahrnehmung. Ist die Muskulatur geschwächt, kann das unterschiedliche Auswirkungen haben: Manche Frauen berichten über ein vermindertes Gefühl beim Sex, andere über Unsicherheiten oder Schmerzen. Diese Veränderungen werden nicht immer sogleich mit dem Beckenboden in Verbindung gebracht.

4. Rückenschmerzen und Haltungsprobleme
Der Beckenboden arbeitet eng mit der Bauch- und Rückenmuskulatur zusammen. Ist dieses Zusammenspiel gestört, kann es zu einem allgemeinen Instabilitätsgefühl oder zu Rückenschmerzen kommen. Vor allem in der unteren Rückenregion bemerken viele Frauen mit Beckenbodenschwäche Beschwerden. Auch hier wird der Beckenboden als Ursache häufig übersehen.

Warum werden die Symptome so oft falsch eingeordnet?

In vielen Fällen entwickelt sich eine Beckenbodenschwäche schleichend, da die Muskulatur schrittweise an Kraft und Stabilität verliert. Deshalb entwickeln sich auch die jeweiligen Symptome über einen längeren Zeitraum. Oftmals werden sie daher als altersbedingt oder „nicht weiter schlimm“ abgetan. Hinzu kommt, dass Beschwerden wie Inkontinenz oder Druckgefühle im Becken nach wie vor tabuisiert sind und Betroffene sich deshalb scheuen, sie offen anzusprechen.

Vielen Frauen ist zudem gar nicht wirklich bewusst, wie vielseitig sich eine Beckenbodenschwäche äußern kann. In der Gesellschaft wird dieses wichtige System nur wenig thematisiert und statt eines klar abgegrenzten Symptoms treten oft mehrere unspezifische Beschwerden gleichzeitig auf. Dadurch erschwert sich die präzise Zuordnung.

Wie lässt sich der Beckenboden stärken?

Eine kleine, aber oft schon effektive Unterstützung bietet gezieltes Beckenbodentraining. Zunächst ist es wichtig, sich der Beckenbodenmuskulatur überhaupt bewusst zu werden. Spannen Sie dafür den Bereich an, um die Muskeln zu aktivieren und zu spüren. Halten Sie diese Spannung für einige Augenblicke und lockern Sie die Muskeln dann wieder. Diese Übung lässt sich einfach in den Alltag integrieren und diskret im Sitzen oder Stehen durchführen, ohne dass Sie weitere Hilfsmittel benötigen.

Weitere Tipps für einen gesunden Beckenboden:

  • Aufstehen: Beim direkten Aufsetzen aus dem Liegen drückt die Bauchmuskulatur auf den Beckenboden. Stattdessen kann ein seitliches Abrollen vor dem Aufsetzen den Druck auf den Beckenboden reduzieren.
  • Haltung: Bei einer gekrümmten Haltung werden die Organe ebenfalls auf den Beckenboden gedrückt und zusammengestaucht. Achten Sie deshalb auf eine gesunde, gerade Position im Sitzen und Stehen, um diesen Effekt zu reduzieren.
  • Heben: Bei schweren Lasten sollten Sie stets darauf achten, diese aus der Hocke heraus mit geradem Oberkörper anzuheben. Wenn Sie den Gegenstand nah am Körper führen, mindert das ebenfalls den Druck auf die Beckenbodenmuskulatur. Beachten Sie außerdem Ihre Atmung: Ein Anhalten der Luft verhindert, dass Bauch-, Rücken und Beckenbodenmuskulatur optimal zusammenarbeiten können.

Modernes Beckenbodentraining mit Emsella®

Als Ergänzung zu klassischen Trainingsmethoden kann die innovative Behandlung mit Emsella® in Betracht gezogen werden. Mithilfe elektromagnetischer Impulse soll die Beckenbodenmuskulatur gezielt angesprochen und gestärkt werden, indem die Muskeln kontrahieren. Der Vorteil der Behandlung: Das Verfahren ist unkompliziert, erfolgt ohne chirurgische Schritte und benötigt keine körperliche Betätigung. Die Patientin sitzt vollständig bekleidet auf dem speziellen medizinischen Stuhl und muss nichts weiter tun. Die Behandlung dauert wenige Minuten.

Mithilfe der Impulse können Muskelkontraktionen erreicht werden, die mit herkömmlichem Training allein kaum erreichbar sind.

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