Beim Thema Wechseljahre denken viele Frauen zunächst an Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Die möglichen Auswirkungen der hormonellen Umstellung können jedoch noch viele weitere Bereiche betreffen, so auch den Beckenboden. Beschwerden wie Blasenschwäche, ein Druckgefühl im Unterleib oder Veränderungen im sexuellen Empfinden treten häufig schleichend auf und werden nicht immer sofort mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht.
Was passiert mit dem Beckenboden in den Wechseljahren? Und was können Sie tun, um sie Stabilität dieses wichtigen Bereichs zu unterstützen? Wir verraten es Ihnen gern!
Der Beckenboden: mehr als nur eine Muskelplatte
Der Beckenboden ist aus mehreren Schichten und Strukturen aufgebaut, die Muskeln, Bindegewebe und Faszien umfassen. Er bildet den unteren Abschluss des Beckens und erfüllt eine wichtige Stützfunktion für die darüberliegenden Organe wie Blase, Gebärmutter und Darm. Ein starker Beckenboden unterstützt die Schließfunktion der Blase und nimmt außerdem Einfluss auf das sexuelle Empfinden.
Gleichzeitig muss der Beckenboden bei plötzlichen Druckerhöhungen im Bauchraum unmittelbar reagieren. Situationen wie Husten, Niesen oder Lachen führen zu einem kurzfristigen Anstieg des intraabdominellen Drucks, der normalerweise durch eine reflektorische Anspannung der Beckenbodenmuskulatur ausgeglichen wird. Bei einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur kann es in diesen Situationen passieren, dass z. B. die Schließfunktion der Blase nicht akkurat erfolgt und es zur sogenannten Belastungsinkontinenz kommt.
Hormone als Schlüssel für Gewebegesundheit
Hormone beeinflussen nahezu alle Gewebe im Körper, so auch Muskeln und Bindegewebe des Beckenbodens. Besonders relevant für den Beckenboden ist hierbei das Sexualhormon Östrogen. Es sorgt unter anderem für:
- eine gute Durchblutung
- die Elastizität von Muskeln und Bindegewebe
- die Stabilität der Schleimhäute
- die Kollagenbildung
Solange der Östrogenspiegel ausreichend hoch ist, bleiben diese Strukturen in der Regel belastbar und anpassungsfähig. Mit Beginn der Wechseljahre verändert sich dieses Gleichgewicht.
Was passiert hormonell in den Wechseljahren?
Die Wechseljahre sind kein einzelner Zeitpunkt, sondern ein längerer Prozess über mehrere Jahre. Bereits in der sogenannten Perimenopause beginnen die Eierstöcke, weniger Östrogen zu produzieren. Der Hormonspiegel schwankt zunächst stark, bevor er im Verlauf der Menopause dauerhaft absinkt.
Dieser Östrogenmangel betrifft nicht nur die Gebärmutter oder die Vagina, sondern auch umliegende Strukturen – einschließlich des Beckenbodens. Da diese Veränderungen langsam einsetzen, werden sie häufig erst spät wahrgenommen oder anderen Ursachen zugeschrieben.
Auswirkungen des Östrogenmangels auf den Beckenboden
Mit sinkendem Östrogenspiegel verändern sich sowohl die Muskulatur als auch das Bindegewebe im Beckenboden. Die Muskelfasern können an Spannkraft verlieren, das Gewebe wird weniger elastisch, und die Durchblutung nimmt ab. Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung des Kollagens, das für Stabilität und Dehnbarkeit verantwortlich ist.
Diese Prozesse führen dazu, dass der Beckenboden weniger effektiv auf Belastungen reagieren kann. Situationen, die früher problemlos kompensiert wurden, können plötzlich Beschwerden auslösen.
Wie kann man den Beckenboden unterstützen?
Die Veränderungen während der Wechseljahre sind vollkommen natürlich. Dennoch müssen Sie bestimmte Beschwerden, die damit einhergehen, nicht einfach hinnehmen. Es gibt zahlreiche Maßnahmen und sanfte Behandlungen, die bei belastenden Wechseljahresbeschwerden Unterstützung leisten können.
Im Zusammenhang mit der Beckenbodengesundheit spielen gezielte Übungen eine zentrale Rolle. Sie lassen sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren und können bei regelmäßiger Durchführung dazu beitragen, die Muskulatur zu kräftigen und die Körperwahrnehmung zu verbessern. Voraussetzung dafür ist, den Beckenboden zunächst bewusst wahrzunehmen. Viele Frauen lernen erst durch gezielte Anspannung und Entspannung, welche Muskeln tatsächlich angesprochen werden sollen.
Typische Beckenbodenübungen bestehen darin, diese Muskulatur aktiv anzuspannen, die Spannung für einige Sekunden zu halten und anschließend wieder bewusst zu lösen. Wichtig ist dabei eine ruhige Atmung und die Vermeidung von zusätzlicher Anspannung in Bauch, Gesäß oder Oberschenkeln. Mit zunehmender Übung lassen sich die Haltezeiten verlängern und die Übungen variieren, etwa im Sitzen, Stehen oder Liegen.
Modernes Beckenbodentraining mit Emsella®
Ein innovatives Verfahren zur gezielten und maximalen Stärkung des Beckenbodens ist Emsella®. Das Verfahren basiert auf hochintensiver elektromagnetischer Stimulation, die gezielt die Muskulatur des Beckenbodens anspricht. Während der Behandlung werden reflexartige Muskelkontraktionen ausgelöst, die deutlich intensiver sind als jene, die sich willentlich durch Übungen erreichen lassen. Auf diese Weise kann ein Großteil der Beckenbodenmuskulatur gleichzeitig aktiviert werden – auch tieferliegende Muskelschichten, die im Alltag oft schwer gezielt anzusteuern sind.
Die Behandlung erfolgt vollständig bekleidet auf einem speziellen medizinischen Stuhl. Als Patientin müssen Sie nichts weiter tun, als entspannt darauf Platz zu nehmen. Die Anwendung dauert etwa eine halbe Stunde. Bereits nach sechs bis acht Sitzungen bemerken viele der Patientinnen eine deutliche Verbesserung. Typische Beschwerden wie Blasenschwäche können auf diese Weise nachhaltig gelindert werden.
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