Warum klassisches Beckenbodentraining allein manchmal nicht ausreicht

Der Beckenboden ist eine Muskelgruppe, die häufig erst dann Beachtung findet, wenn bereits Beschwerden vorliegen. Dabei erfüllt er sehr wichtige Aufgaben: Er stabilisiert den Beckenbereich sowie die inneren Organe und unterstützt die Kontrolle über die Blasenfunktion. Auch für das Körperempfinden ist er von zentraler Bedeutung. Wie andere Muskelgruppen verliert auch der Beckenboden mit der Zeit an Kraft und Stabilität. Um einem geschwächten Beckenboden entgegenzuwirken, ist Beckenbodentraining ein geeignetes und relativ einfaches Mittel. Die Übungen können problemlos in den Alltag integriert werden und die Muskeln mit der Zeit wieder stärken.

Jedoch reicht dieses Training allein nicht in jedem Fall aus. Manche Patientinnen führen regelmäßig Übungen aus, sind aber dennoch von typischen Beschwerden wie Blasenschwäche betroffen. Woran kann das liegen? Und wie kann der Beckenboden optimal unterstützt werden?

Der Beckenboden: Mehr als nur ein Muskel

Um die Gründe zu verstehen, warum herkömmliches Beckenbodentraining manchmal nicht ausreicht, um die gewünschte Stärkung zu erreichen, lohnt sich ein Blick auf die Anatomie des Bereichs. Denn es handelt sich nicht um einen einzelnen Muskel, sondern um ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Muskelschichten, die tief im Körperinneren liegen. Diese Muskulatur arbeitet eng mit anderen Strukturen zusammen, darunter die Bauchmuskulatur, das Zwerchfell und der untere Rücken.

Dabei ist der Beckenboden für viele Menschen schwer bewusst anzusteuern, da er eben in der Tiefe liegt und meist nicht aktiv wahrgenommen wird. Im Gegensatz zu sichtbaren Muskelgruppen wie Armen oder Beinen fehlt oft ein klares Gefühl dafür, ob die Übungen korrekt ausgeführt werden. Deshalb beginnt Beckenbodentraining immer damit, den Beckenboden bewusst zu spüren und die einzelnen Muskeln gezielt anzusteuern.

Wenn Übungen nicht richtig ankommen

Wenn die gewünschten Effekte und Fortschritte ausbleiben, kann das mitunter daran liegen, dass Betroffene nicht die korrekten Muskeln ansprechen oder sie nur unzureichend fördern. Zu den typischen Fehlern gehören dabei:

  • die falschen Muskeln anzuspannen
  • zu viel Druck nach unten zu erzeugen
  • die Spannung nicht lange genug halten zu können

Zwar wird das Training in diesen Fällen regelmäßig durchgeführt, es erreicht jedoch nicht die Strukturen, die aufgebaut werden sollen. Besonders nach Schwangerschaften, Operationen oder bei länger bestehenden Beschwerden kann die neuromuskuläre Ansteuerung gestört sein. Das bedeutet: Selbst wenn die Patientinnen das Gefühl haben, die Übung „richtig“ vorzunehmen, kommt sie im Beckenboden nicht ausreichend an.

Unregelmäßigkeit und fehlende Kontinuität

Ein weiterer möglicher Grund betrifft die notwendige Kontinuität. Muskeln benötigen regelmäßige Reize, um stärker zu werden – so auch der Beckenboden. Das erfordert Geduld und Wiederholungen über Wochen und Monate.

Manche Menschen lassen die Übungen schleifen, wenn sie keine gravierenden Beschwerden bemerken, oder es fällt ihnen schwer, die Trainingseinheiten konsequent in den Alltag zu integrieren. Dies hat negative Auswirkungen auf den Trainingserfolg.

Im Gegensatz zu sichtbaren Trainingsfortschritten im Fitnessbereich sind Veränderungen am Beckenboden oft subtil und schwer direkt wahrnehmbar. Das kann die Motivation zusätzlich erschweren.

Unterschiedliche Ursachen erfordern unterschiedliche Maßnahmen

Nicht jede Beckenbodenschwäche ist gleich. Es gibt vielfältige Gründe dafür, warum der Beckenboden an Kraft verliert. Zu den typischen Ursachen gehören:

  • Schwangerschaft und Geburt
  • hormonelle Veränderungen
  • altersbedingte Gewebeveränderungen
  • chronische Belastungen wie Husten oder schweres Heben
  • fehlerhafte Belastungen (z. B. durch Kraftsport)

Je nach Ausgangssituation kann der Beckenboden somit überdehnt oder sogar verletzt sein. Dementsprechend sollte auch das Training und eventuelle weitere Maßnahmen darauf abgestimmt werden. Ein standardisiertes Training reicht möglicherweise im individuellen Fall nicht aus, um alle Aspekte, die zum geschwächten Beckenboden beitragen, anzusprechen.

Was tun, wenn Training nicht ausreicht?

Ein reines Beckenbodentraining kann aufgrund verschiedener Aspekte nicht zum gewünschten Ergebnis führen, beispielsweise weil die gezielte Ansteuerung der Muskeln nicht funktioniert oder weil Beschwerden bereits fortgeschritten sind. In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, ergänzende Verfahren in Betracht zu ziehen, die den Beckenboden auf andere Weise stimulieren.

Eine solche moderne Methode ist das Beckenbodentraining mit Emsella®. Dabei handelt es sich um eine nichtinvasive Behandlung, die mit elektromagnetischen Impulsen arbeitet. Diese Impulse werden über einen medizinischen Stuhl direkt an den Beckenboden abgegeben und lösen kontrolliert Kontraktionen aus. Das bedeutet, dass sich die Beckenbodenmuskulatur stark zusammenzieht und anschließend wieder lockert. Mit dem Verfahren sind mehrere Tausende Kontraktionen pro Sitzung möglich – eine Zahl, die mit herkömmlichem Training kaum zu erreichen ist. Dadurch wird der Beckenboden optimal stimuliert, was den Muskelaufbau fördert.

Die Behandlung ist dabei unkompliziert und schnell: Vollständig bekleidet nehmen Sie auf dem Emsella®-Stuhl Platz und müssen nichts weiter tun, als entspannt abzuwarten. Die Behandlungssitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten, ist schmerzfrei und führt zu keinen Ausfallzeiten.

Starker Beckenboden mit Emsella®

Gern informieren wir Sie im Rahmen einer persönlichen Beratung in der Praxis über die Möglichkeiten und den Ablauf einer Behandlung mit Emsella®. Vereinbaren Sie einen Termin über unsere Online-Buchung oder rufen Sie uns an, um mehr darüber zu erfahren, wie Emsella® Ihren Beckenboden unterstützen kann.