Beckenbodentraining nach gynäkologischen Operationen – Was ist sinnvoll?

Gynäkologische Eingriffe können sich auf den Beckenbodenbereich auswirken und beispielsweise dazu beitragen, dass die Muskulatur an Kraft einbüßt. Um solchen Folgen entgegenzuwirken, wird oft ein bewusstes Beckenbodentraining nach operativen gynäkologischen Behandlungen wie z. B. einer Senkungsoperation empfohlen. Was genau kann sich anbieten? Und ab wann kann man den Beckenboden wieder belasten oder trainieren? Wie lange sollte man sich hingegen schonen? Diese Fragen wollen wir in unserem neuen Blogbeitrag beleuchten. Zudem möchten wir Ihnen zeigen, wie eine Emsella®-Behandlung beim Aufbau der Beckenbodenmuskulatur nach einer OP helfen kann.

Aufgaben des Beckenbodens

Der Beckenboden übernimmt wichtige Aufgaben für Stabilität, Kontinenz und Organfunktion. So stützt er beispielsweise Gebärmutter und Blase. Zudem unterstützt er die Funktion der Schließmuskel, was sich wiederum auf die Kontinenz auswirkt. Gleichzeitig wird der Beckenboden im Alltag oft kaum wahrgenommen – zumindest solange er problemlos funktioniert. Nach gynäkologischen Eingriffen rückt die Muskulatur jedoch häufig stärker in den Fokus.

Gynäkologische Operationen können aus ganz unterschiedlichen Gründen notwendig werden. Während manche Eingriffe gezielt Erkrankungen behandeln, sollen andere bestimmte Beschwerden lindern oder allgemein die Lebensqualität verbessern. Unabhängig vom Behandlungsgrund stellen sich viele Patientinnen die Frage, wie sie ihren Körper nach dem Eingriff unterstützen und die Heilung fördern können. Ein wichtiger Grund für ein gesundes Ergebnis ist die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur, damit diese weiteren die entsprechenden wichtigen Aufgaben erfüllen kann. Hierbei gilt es jedoch darauf zu achten, den Körper nicht zu früh und nicht zu stark zu belasten, da es sonst schnell zu Überlastungen und Problemen kommen kann, was außerdem den Heilungsprozess sogar einschränken kann.

Warum der Beckenboden nach Operationen besondere Aufmerksamkeit verdient

Der Beckenboden ist aus mehreren Muskelschichten aufgebaut. Zudem besteht er aus Bindegewebe und Faszien, die den unteren Abschluss des Beckens bilden. Nicht nur stabilisiert der Beckenboden die Beckenorgane, er ist zudem an zahlreichen alltäglichen Bewegungen beteiligt.

Nach gynäkologischen Operationen kann dieses komplexe System vorübergehend beeinträchtigt sein. Das kann auch der Fall sein, ohne dass der Beckenboden direkt operiert wird. Auch benachbarte Strukturen können sich auf die Beckenbodenmuskulatur auswirken.

Hinzu kommt, dass viele Patientinnen sich nach einer Operation zunächst schonen. Das ist wichtig und richtig, kann aber auch dazu führen, dass die Muskulatur vorübergehend weniger aktiviert wird. Gerade deshalb spielt der Beckenboden im Rahmen der Nachsorge häufig eine wichtige Rolle.

Schonung, Heilung und der geeignete Zeitpunkt fürs Beckenbodentraining

Unmittelbar nach einem operativen Eingriff benötigt der Körper zunächst Ruhe, um sich erholen und regenerieren zu können. Daher sollte direkt nach der OP noch kein Beckenbodentraining erfolgen. Warten Sie ab, bis die Wundheilung abgeschlossen ist. Im Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin werden Sie erfahren, ab wann Sie welche kleinen Belastungen wieder vornehmen können und wie Sie diese langsam steigern, ohne den Heilungsverlauf zu stören.

Bei kleineren Operationen können Patientinnen oft nach wenigen Wochen mit leichtem Beckenbodentraining beginnen. Größere Eingriffe setzen längere Schonzeiten voraus. Hier dauert es meist sechs bis acht Wochen, bis der Körper für ein leichtes Training bereit ist.

Jeder Körper ist individuell – deswegen lassen sich keine pauschalen Aussagen zu Ausfallzeiten und dem geeigneten Zeitpunkt für den Start des Beckenbodentrainings bestimmen. Dies wird immer individuell nach ärztlicher Rücksprache festgelegt.

Beckenbodentraining beginnt nicht mit Kraftübungen

Ein häufiger Irrtum besteht darin, Beckenbodentraining ausschließlich mit Anspannung und Muskelkraft zu verbinden. Tatsächlich beginnt eine erfolgreiche Rehabilitation oft viel früher und sanfter.

Viele Frauen müssen zunächst wieder lernen, die eigene Beckenbodenmuskulatur überhaupt bewusst wahrzunehmen. Nach Operationen kann das Körpergefühl verändert sein. Manche Patientinnen verspüren Unsicherheit, andere wissen nicht genau, wie sich eine korrekte Anspannung anfühlen sollte.

Deshalb stehen zu Beginn häufig Wahrnehmung, Atmung und Körpergefühl im Vordergrund. Erst wenn diese Grundlagen wieder vorhanden sind, wird das eigentliche Training schrittweise aufgebaut.

Tipps für das Beckenbodentraining

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen genaue Anweisungen für Ihr Beckenbodentraining geben. Wir haben Ihnen hier ein paar allgemeine Hinweise zusammengetragen, die dafür eine Rolle spielen und Ihnen behilflich sein können.

Zunächst sollten Sie Ihren Kreislauf anregen. Dafür legen Sie sich auf den Rücken und führen mit den Fußspitzen kräftige Fußtretbewegungen durch. So sorgen Sie dafür, dass die Wadenmuskulatur arbeitet. Gemeinsam mit Atemübungen können Sie dieses leichte Training bereits frühzeitig und vorsichtig durchführen, um eine gute Basis für das weitere Beckenbodentraining zu setzen.

Je nach Heilungsverlauf können Sie nach etwa vier bis sechs Wochen eine weitere Übung integrieren. Dafür legen Sie sich auf den Rücken und legen die Beine entweder entspannt ab oder stellen diese auf. Anschließend spannen Sie Ihren Intimbereich an und ziehen ihn mit kontrollierten Bewegungen in raschem Rhythmus leicht nach oben. Bauch- und Pomuskulatur sollten dabei entspannt bleiben.

Nach etwa sechs bis acht Wochen kann meist die Reaktivierung des Beckenbodens erfolgen. Auch hier befinden Sie sich in Rückenlage und legen die Beine entweder entspannt ab oder stellen sie auf. Atmen Sie zunächst ruhig und entspannt ein. Beim Ausatmen versuchen Sie, Ihr Schambein so anzuspannen, als würden Sie es in Richtung Nabel ziehen. Diese Spannung lösen Sie beim nächsten Einatmen wieder. Sobald Sie das Gefühl haben, Ihren Beckenboden bei dieser Übung gut spüren zu können, können Sie die Übung in jeder Ausgangsstellung durchführen.

Moderne Unterstützung für den Beckenboden

Ergänzend zum konservativen Training kann Emsella® eine wertvolle Hilfestellung sein. Hierbei handelt es sich um einen speziellen medizinischen Stuhl, der mithilfe elektromagnetischer Wellen die Beckenbodenmuskulatur stärkt. Der Ablauf entspricht quasi dem herkömmlichen Training aus Anspannung und Entspannung – allerdings mit maximaler Intensität, sodass ein optimaler Muskelaufbau möglich ist.

Während der Behandlung sitzt die Patientin entspannt und vollständig bekleidet auf dem Stuhl. Die Behandlung dauert etwa 25 bis 30 Minuten.

Mehr zur Beckenbodengesundheit in unserer Praxis

Der Beckenboden ist ein komplexes und sehr wichtiges System. Wie Sie dessen Gesundheit und Stabilität unterstützen können – nach einer OP oder auch unabhängig davon –, besprechen wir gern persönlich mit Ihnen. In unserer Praxis bieten wir zudem die moderne Behandlung mit Emsella® an, die die weiteren Maßnahmen sinnvoll ergänzen und unterstützen kann. Nutzen Sie gern unsere Online-Terminbuchung.