Ständiger Harndrang und das Gefühl, die Blase nie vollständig entleeren zu können, werden häufig mit einer Blasenentzündung in Verbindung gebracht. Doch nicht immer steckt ein Infekt hinter den Beschwerden. Auch der Beckenboden kann eine Rolle spielen. Seine Muskulatur übernimmt wichtige Aufgaben bei der Kontrolle der Blasenfunktion. Ist sie geschwächt oder arbeitet sie nicht mehr optimal, kann sich dies unter anderem durch einen verstärkten Harndrang bemerkbar machen. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich die Funktion des Beckenbodens durch gezielte Übungen verbessern und damit auch die Blasenkontrolle unterstützen. Wir zeigen Ihnen, wie die moderne Emsella®-Behandlung die Funktion Ihres Beckenbodens stärken und die Kontinenz unterstützen kann.
Die Blase arbeitet nicht allein
Viele denken bei Harndrang ausschließlich an die Blase. Tatsächlich ist das Wasserlassen jedoch ein komplexer Vorgang, an dem mehrere Strukturen beteiligt sind. Neben der Blase spielen unter anderem die Harnröhre, verschiedene Nervenbahnen und insbesondere der Beckenboden eine entscheidende Rolle.
Der Beckenboden bildet den muskulären Abschluss des Beckens. Er stützt die Beckenorgane, trägt zur Kontinenz bei und hilft dabei, den Urin kontrolliert zurückzuhalten und die Blase zum richtigen Zeitpunkt vollständig zu entleeren. Nur wenn dieses Zusammenspiel funktioniert, lässt sich die Blase zuverlässig kontrollieren. Bereits kleinere Veränderungen der Muskulatur können dazu führen, dass Betroffene häufiger Harndrang verspüren oder das Gefühl haben, die Blase sei nie ganz leer.
Warum kann eine Beckenbodenschwäche Harndrang verursachen?
Blase, Harnröhre und die Beckenbodenmuskulatur bilden ein komplexes Zusammenspiel, das dafür sorgt, dass Urin kontrolliert gespeichert und zum richtigen Zeitpunkt bewusst abgesetzt werden kann. Lässt die Kraft der Beckenbodenmuskulatur jedoch nach, kann dieses abgestimmte System aus dem Gleichgewicht fallen. Die Blase wird dann nicht mehr ausreichend gestützt, sodass schon bei geringen Mengen Urin in der Blase ein Harndranggefühl eintreten kann. Andersherum kann auch ungewollter Urinverlust auftreten, wenn plötzlicher Druck auf die Blase einwirkt und die Beckenbodenmuskulatur nicht mehr genügend Stabilität besitzt, um diesem Druck entgegenwirken zu können.
Häufiger Harndrang kann viele Ursachen haben
Nicht jeder häufige Harndrang ist auf eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur zurückzuführen. Auch Blasenentzündungen, eine überaktive Blase, hormonelle Veränderungen oder neurologische Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen. Deshalb sollte anhaltender oder neu auftretender Harndrang immer ärztlich abgeklärt werden. Erst wenn andere Ursachen ausgeschlossen wurden, lässt sich beurteilen, ob der Beckenboden an den Beschwerden beteiligt ist und eine entsprechende Behandlung des Beckenbodens sinnvoll ist.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für eine Beckenbodenschwäche?
Eine Beckenbodenschwäche kann Frauen und Männer gleichermaßen betreffen, tritt jedoch in bestimmten Lebenssituationen häufiger auf. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Schwangerschaft und Geburt, die Wechseljahre sowie der natürliche Alterungsprozess. Darüber hinaus können Übergewicht, chronischer Husten, regelmäßiges Heben schwerer Lasten oder Operationen im Beckenbereich die Funktion des Beckenbodens beeinträchtigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Beschwerden zwangsläufig auftreten. Entwickeln sich Symptome wie häufiger Harndrang, eine Blasenschwäche oder ungewollter Urinverlust, empfiehlt sich eine ärztliche Untersuchung, um die Ursache gezielt abzuklären.
Welche Beschwerden können zusätzlich auf den Beckenboden hinweisen?
Eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur macht sich nicht ausschließlich durch häufigen Harndrang bemerkbar. Je nach Ausprägung können weitere Beschwerden hinzukommen, die den Alltag deutlich beeinträchtigen, darunter:
- häufiges Wasserlassen bei kleinen Urinmengen
- das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung
- ungewollter Urinverlust beim Husten, Niesen oder Sport
- Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken
- Schmerzen im Bereich des Beckens oder Damms
- Beschwerden beim Wasserlassen
- gemindertes Wohlbefinden
Wie kann die Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden?
Bei einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur kommt zunächst klassisches Beckenbodentraining infrage. Die Übungen konzentrieren sich darauf, die Beckenbodenmuskulatur zunächst bewusst wahrzunehmen und gezielt anzusteuern. Anschließend werden die Muskeln kraftvoll zusammengezogen, gehalten und wieder gelockert. Eine regelmäßige Durchführung hilft dabei, die Muskeln zu stärken und den Beckenboden kontrolliert aufzubauen. Das herkömmliche Beckenbodentraining lässt sich dabei unkompliziert in den Alltag integrieren und benötigt nicht zwangsläufig Hilfsutensilien.
Nicht allen Betroffenen gelingt es jedoch, den Beckenboden bewusst anzuspannen oder die Übungen regelmäßig durchzuführen. In solchen Fällen kann die Emsella®-Behandlung eine sinnvolle Ergänzung sein. Das medizinische Verfahren wurde speziell zur Unterstützung der Beckenbodens und zur sanften Behandlung von Blasenschwäche entwickelt.
Bei Emsella® handelt es sich um einen medizinischen Stuhl, der hochintensive elektromagnetische Impulse an den Körper abgibt. Diese können zwar als Ziehen wahrgenommen werden, verursachen aber in der Regel keine Schmerzen. Sie sorgen lediglich dafür, dass tausende supramaximale Muskelkontraktionen ausgelöst werden. Dadurch wird die Beckenbodenmuskulatur intensiv trainiert, ohne dass Sie selbst aktiv Übungen durchführen müssen. Stattdessen nehmen Sie bekleidet und entspannt auf dem Emsella®-Stuhl Platz.
Eine Behandlungssitzung dauert etwa eine halbe Stunde. Für optimale Ergebnisse empfehlen wir meist sechs bis acht Anwendungen in etwa drei bis vier Wochen. Die genaue Anzahl wird immer individuell festgelegt und auf Ihren Befund angepasst.
Emsella®-Behandlung bei Blasenschwäche
Leiden Sie unter häufigem Harndrang oder einer Blasenschwäche und möchten wissen, ob eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur die Ursache sein könnte? Gern beraten wir Sie persönlich und prüfen, ob eine Emsella®-Behandlung oder eine andere Therapie für Ihren individuellen Befund geeignet ist. Rufen Sie uns an oder nutzen Sie unsere Online-Terminbuchung.