Oft unterschätzt: Wechseljahre und Muskelabbau

Warum Bewegung und Vorsorge jetzt besonders wichtig sind

Mit dem Eintritt in die Wechseljahre verändert sich der Hormonhaushalt grundlegend. Dadurch können sich unter anderem Stoffwechsel, Fettverteilung und Muskelkraft verändern. Viele Frauen stellen fest, dass sie trotz unveränderter Ernährung leichter an Gewicht zunehmen, Muskelmasse abbauen oder sich im Alltag schneller erschöpft fühlen. Gleichzeitig steigt das Risiko für verschiedene Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose.

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt und lassen sich nicht verhindern. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, den Körper in dieser Phase gezielt zu unterstützen und hormonell bedingten Veränderungen entgegenzuwirken. Studien zeigen, dass insbesondere regelmäßiges Krafttraining den Erhalt der Muskulatur fördern, Beschwerden lindern und ein gesundes Altern unterstützen kann. Auch eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur spielt in den Wechseljahren eine wichtige Rolle und kann dazu beitragen, Beschwerden wie einer Blasenschwäche vorzubeugen.

Warum kommt es in den Wechseljahren zum Muskelabbau?

In den Wechseljahren sinkt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone. Insbesondere die Spiegel von Östrogen und Progesteron nehmen ab. Sie beeinflussen nicht nur den Menstruationszyklus, sondern wirken sich auch auf Muskeln, Knochen, Bindegewebe und den Stoffwechsel aus.

Durch die hormonelle Umstrukturierung können folgende Reaktionen eintreten:

  • Muskelmasse nimmt schneller ab
  • Muskelaufbau fällt schwerer
  • Grundumsatz sinkt
  • Fettgewebe wird leichter aufgebaut
  • Regeneration nach körperlicher Belastung dauert häufig länger

Bereits ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Muskelmasse langsam ab. Regelmäßige Bewegung und eine ausreichende Eiweißzufuhr können dazu beitragen, diesen natürlichen Prozess zu verlangsamen. Während und nach den Wechseljahren kann sich dieser Prozess jedoch beschleunigen, wenn keine gezielten Gegenmaßnahmen erfolgen.

Welche Beschwerden können dadurch auftreten?

Muskelabbau entwickelt sich meist schleichend. Zunächst bemerken Betroffene keine direkten Beschwerden oder nur kleine Veränderungen, die nicht ins Gewicht fallen. Mit der Zeit können sich einzelne Symptome jedoch intensivieren und letztendlich zu bestimmten Problemen beitragen.

Dazu können gehören:

  • nachlassende Kraft
  • schnellere Erschöpfung
  • geringere Belastbarkeit beim Sport
  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Haltungsschäden
  • unsicheres Gleichgewicht

Nicht alle dieser Beschwerden sind in jedem Fall ausschließlich auf die Wechseljahre zurückzuführen. Sie können durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Halten sie länger an oder nehmen sie zu, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.

Der Beckenboden ist ebenfalls betroffen

Beim Thema Muskelabbau denken viele zunächst an Arme und Beine. Jedoch beziehen sich die Veränderungen auf den gesamten Körper, so auch auf die Beckenbodenmuskulatur. Der Beckenboden erfüllt dabei wichtige Aufgaben. Er trägt innere Organe wie Blase, Gebärmutter und Darm. Zudem trägt er zur Kontinenz, Sexualfunktion und gesunden Körperhaltung bei. Lässt die Muskelkraft nach, können Beschwerden wie Belastungsinkontinenz oder ein Druckgefühl im Becken begünstigt werden.

Tatsächlich stellt Blasenschwäche eine der häufigen Begleiterscheinungen in den Wechseljahren dar. Neben einer geschwächten Muskulatur können sich auch die Schleimhäute verändern oder zurückbilden, was wiederum einen vermehrten Harndrang hervorrufen und das Risiko für Infektionen erhöhen kann.

Bewegung und Krafttraining in den Wechseljahren

Zu den wirksamsten Maßnahmen gegen Muskelabbau in den Wechseljahren gehört regelmäßige Bewegung. Bereits ein aktiver Alltag mit kleinen Spaziergängen oder leichte Trainingseinheiten wie Schwimmen oder Radfahren wirken sich positiv auf die allgemeine Gesundheit und Kraft aus. Es muss also kein spezieller Leistungssport sein.

Darüber hinaus ist es auch wichtig, der Muskulatur gezielte Reize zu setzen, damit diese möglichst erhalten bleibt. Auch hier geht es nicht um intensives Krafttraining, sondern um regelmäßige Trainingsreize, die Ihre Muskulatur unterstützen. Gleichzeitig profitieren auch die Knochen, da regelmäßiges leichtes Krafttraining zur Erhaltung der Knochendichte beitragen und so das Risiko für Osteoporose verringern kann. Nicht zuletzt kann auch die Körperhaltung verbessert und das Sturzrisiko im Alter durch mehr Stabilität verringert werden.

Emsella® und MonaLisa Touch® in den Wechseljahren

Nicht alle Beschwerden in den Wechseljahren lassen sich allein durch Bewegung, Krafttraining oder eine angepasste Ernährung beeinflussen. Insbesondere Veränderungen im Intimbereich oder eine nachlassende Beckenbodenfunktion können die Lebensqualität erheblich einschränken. Hier können ergänzende Behandlungen wie Emsella® oder MonaLisa Touch® einen Mehrwert bieten.

Emsella®
Hochintensive elektromagnetische Impulse stimulieren gezielt die Beckenbodenmuskulatur und helfen, diese nachhaltig zu stärken. Dadurch lässt sich unter anderem die Kontinenz unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Die Behandlung ist unkompliziert und schmerzarm. Sie erfolgt bekleidet und dauert nur wenige Minuten.

Erfahren Sie hier mehr zu Emsella®.

MonaLisa Touch®
MonaLisa Touch® ist eine schonende Laserbehandlung. Sie kann mit gezielten Impulsen die Regeneration der Vaginalschleimhaut anregen und die Bildung von Kollagen unterstützen. Dadurch kann sie unter anderem bei Scheidentrockenheit, Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder vaginaler Atrophie eine sinnvolle Behandlungsoption darstellen. Ziel ist es, die Schleimhautqualität zu verbessern und damit häufig auch das Wohlbefinden im Intimbereich zu steigern.

Erfahren Sie hier mehr zu MonaLisa Touch®.

Wechseljahre ganzheitlich begleiten – Wir beraten Sie gern

Die Wechseljahre verlaufen bei jeder Frau unterschiedlich. Neben klassischen Beschwerden wie Hitzewallungen können auch Muskelabbau, Veränderungen des Beckenbodens oder Beschwerden im Intimbereich auftreten. Eine frühzeitige Beratung hilft dabei, diese Veränderungen besser einzuordnen und gemeinsam passende Maßnahmen zu finden.

In unserer gynäkologischen Praxis begleiten wir Sie individuell durch die Wechseljahre. Gemeinsam besprechen wir Ihre Beschwerden und entwickeln ein auf Ihre persönliche Situation abgestimmtes Behandlungskonzept. Einen Termin für ein Beratungsgespräch können Sie telefonisch oder online über unsere Terminbuchung vereinbaren.