Was Patientinnen von einer Emsella®-Behandlung erwarten können

Der Beckenboden ist ein wichtiger Körperbereich. Ein gesunder und starker Beckenboden wirkt sich positiv auf die Blasenkontrolle, die Körperhaltung und auch das allgemeine Wohlbefinden aus. Häufig wird ihm wenig Beachtung geschenkt, solange keine Beschwerden vorliegen. Dabei lässt er sich bereits mit leichten täglichen Übungen langfristig unterstützen. Für ein noch gezielteres und intensiveres Training stehen moderne Verfahren wie Emsella® zur Verfügung. Ohne größeren Aufwand oder körperliche Belastung wird die Muskulatur des Beckenbodens stimuliert und somit gekräftigt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was mit einer Emsella®-Behandlung möglich ist und wie diese im Einzelnen abläuft.

Was kann dem Beckenboden schaden?

Zunächst wollen wir uns die Faktoren ansehen, die zu einer Schwächung des Beckenbodens beitragen können. Hierbei gibt es sowohl Aspekte, auf die Sie keinen direkten Einfluss nehmen können (z. B. genetische Veranlagung, chronischer Husten oder Schwangerschaft), als auch Angewohnheiten und Verhaltensweisen, auf die Sie achten und die Sie entsprechend anpassen können, um Ihrem Beckenboden etwas Gutes zu tun.

Schädliche Alltagsfaktoren:

  • Starkes Pressen beim Toilettengang übt übermäßigen Druck auf das Gewebe aus und kann mit der Zeit sowohl Hämorrhoiden als auch eine Beckenbodenschwäche begünstigen. Durch eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeitszufuhr können Sie Ihre Verdauung und Blase unterstützen sowie den Beckenboden entlasten.
  • Falsche Technik beim Heben und Tragen kann ebenfalls zu Pressen im Bauchraum führen und den Beckenboden belasten. Nehmen Sie deshalb immer eine stabile Haltung ein und heben Sie nicht aus dem Rücken, sondern aus den Knien heraus. Spannen Sie dabei Ihren Beckenboden bewusst und kontrolliert an. Auch für Ihren Rücken ist das richtige Heben und Tragen entscheidend.
  • Schlechte Haltung und langes Sitzen können auf Dauer die Tiefenmuskulatur schwächen und Verspannungen begünstigen. Wenig Bewegung wirkt sich in der Regel ungünstig auf die allgemeine Muskelgesundheit aus – so auch im Bereich des Beckenbodens. Überprüfen und korrigieren Sie bewusst Ihre Haltung und bauen Sie regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag ein. Stehen Sie beispielsweise bei Bürotätigkeit einmal pro Stunde auf und gehen Sie ein paar Schritte oder strecken Sie sich.
  • Bestimmte Sportarten und falsche Bauchübungen können das Risiko für eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur ebenfalls erhöhen. Insbesondere Aktivitäten mit Stößen oder Aufprallen (z. B. intensives Turnen, Gewichtheben) erhöhen den Druck im Bauchraum und wirken sich langfristig auch auf den Beckenboden aus. Achten Sie stets auf eine korrekte Ausführung von Übungen und vermeiden Sie anhaltende Überlastungen.
  • Übergewicht belastet Muskel- und Bindegewebe des Beckenbodens. Auch dadurch kann es mit der Zeit zu einer Beckenbodenschwäche kommen. Mit einem gesunden Lebensstil und regelmäßigem Sport können Sie Ihr Körpergewicht regulieren und dadurch auch Ihren Beckenboden entlasten.

Wie lässt sich der Beckenboden stärken?

Neben den bereits zuvor genannten kleinen Tipps spielen vor allem gezielte Beckenbodenübungen eine Rolle. Dabei geht es darum, den Beckenboden bewusst wahrzunehmen sowie kontrolliert anspannen und wieder entspannen zu können.

Zu Beginn sollte der Beckenboden in regelmäßigen kurzen Einheiten angesteuert werden – etwa fünfmal am Tag fünfmal für wenige Sekunden anspannen und wieder vollständig entspannen. Nach und nach können Sie die Dauer oder die Häufigkeit der Übung leicht steigern. Wichtig ist dabei, dass Sie ruhig weiteratmen und die Muskeln nicht überlasten. Sprechen Sie gern mit uns für individuelle Tipps und Hinweise.

Regelmäßige kleine Übungen sind in der Regel wertvoller als lange Übungseinheiten in sehr unregelmäßigen Abständen. Versuchen Sie daher, die Übungen einfach in Ihren normalen Alltag einzubauen – beim Warten an der Kasse, beim Händewaschen oder beim Tanken einfach wiederholt den Beckenboden kurz anspannen und wieder lockern. Bei Bedarf können Sie auch geeignete Hilfsmittel oder Erinnerungsapps zur Unterstützung verwenden. Erste Effekte lassen sich oftmals schon nach vier Wochen regelmäßigem Training beobachten.

Wie kann Emsella® helfen?

Eine zusätzliche Unterstützung für den Beckenboden bietet die Behandlung mit Emsella®. Mithilfe hochfrequenter elektromagnetischer Impulse (sog. HIFEM-Technologie) wird die Beckenbodenmuskulatur angeregt, sich zusammenzuziehen und dadurch zu kräftigen. Die Magnetimpulse bieten dabei ein intensives Training, das laut Hersteller mit bis zu 12.000 Kontraktionen pro Sitzungseinheit arbeitet. Man spricht hierbei von supramaximalen Kontraktionen. Bei regelmäßiger Anwendung kann die Muskulatur mit diesem intensiven Training nachhaltig unterstützt werden.

Was passiert bei der Behandlung?

Das Emsella®-Training ist unkompliziert und nicht-invasiv. Sie nehmen als Patientin einfach auf dem speziellen medizinischen Stuhl Platz und bleiben für die Dauer der Behandlung bequem und entspannt sitzen. Ihre Kleidung behalten Sie an; lediglich Metallgegenstände und elektrische Geräte, die das elektromagnetische Feld stören können, müssen vorab abgelegt werden.

Während der Trainingseinheit müssen Sie nichts tun. Der Emsella®-Stuhl übernimmt die ganze Arbeit und stimuliert gezielt die Muskulatur des Beckenbodens und der Körpermitte. Patientinnen nehmen während der Behandlung oftmals ein leichtes Ziehen oder ein Kribbeln wahr. Mit Schmerzen ist für gewöhnlich nicht zu rechnen. Am Folgetag kann sich eine Art Muskelkatergefühl einstellen.

Welche Ergebnisse sind möglich?

Eine der häufigsten und für Patientinnen entscheidendsten Fragen ist die, was die Behandlung denn bringt. Auch uns liegt es natürlich am Herzen, dass Sie eine realistische Vorstellung davon erhalten, was mit Emsella® möglich ist und wo die Grenzen des Verfahrens liegen. Deshalb nehmen wir uns vorab viel Zeit, Sie ausführlich und persönlich zu beraten.

Die wiederholten Muskelkontraktionen sollen die Muskulatur stärken und Beckenbodenschwäche reduzieren. Insbesondere bei leichter bis mittelschwerer Inkontinenz, die vor allem bei Belastung wie Sport, Niesen oder Husten auftritt, kann die Behandlung eine Verbesserung unterstützen. Manche Patientinnen berichten durch die gestärkte Beckenbodenmuskulatur auch von mehr Wohlbefinden oder einem gesteigerten Empfinden beim Geschlechtsverkehr. Erste Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, für Langzeiteffekte fehlen bislang noch genaue Daten.

Wie deutlich die Ergebnisse ausfallen und wie lange sie anhalten, ist zudem individuell unterschiedlich. Für einen langanhaltenden Effekt kann es erforderlich sein, die Behandlung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Bei einer ausgeprägten Beckenbodenschwäche oder starker Inkontinenz können andere Behandlungen erforderlich sein, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen.

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